Unternehmen investieren jedes Jahr enorme Summen in Software. Es fließt Zeit in Auswahl, Tests und Rollout einer neuen Lösung – und ein halbes Jahr später arbeiten die Teams noch immer in alter Arbeitsweise mit Excel, Papier und Workarounds.
Der NexthinkReport „Soft-Waste“ zeigt: Knapp die Hälfte (49,96 %) aller installierter Software in Unternehmen wird gar nicht genutzt.
Die Analyse von Daten auf mehr als 6 Millionen Endgeräten ergibt, dass ungenutzte Lizenzen in den untersuchten Unternehmen etwa eine halbe Milliarde US Dollar pro Jahr kosten.
Dazu kommt, dass von SaaS-Produkten oft nur die Kernfunktionen genutzt werden. Schätzungen gehen davon aus, dass 60-80% der Features keine Anwendung finden und deren Mehrwert somit nicht erkannt oder genutzt wird.
Ungenutzte Software-Lizenzen und -Funktionen sind weit mehr als ein Thema der IT. Es ist ein Symptom für fehlendes oder schwaches Change Management:
Anstatt dass neue Tools bestehende Probleme lösen, entstehen Kosten, Parallelprozesse und Frustration in den Teams.
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Was ist Change Management?
Change Management bezeichnet die strukturierte Begleitung von Veränderungen in Unternehmen – mit dem Ziel, neue Prozesse, Arbeitsweisen oder Technologien nachhaltig im Alltag zu verankern.
Software, die eigentlich die Effizienz steigern und die Mitarbeiter entlasten soll, wird nicht genutzt, wenn das Change Management nicht richtig angegangen wird.
Im Blogartikel werfen wir einen Blick auf Change Management in Field Service Organisationen und geben Ihnen fünf konkrete Dos, mit denen Sie als Führungskraft ihr Change Management und die damit einhergehende Digitalisierung bewusst steuern und erfolgreich durchführen können.
Veränderung ist kein kurzfristiges Projekt, sondern eine dauerhafte Führungsaufgabe, die Schritt für Schritt an die echte Unternehmensrealität angepasst werden muss.
Für ein erfolgreiches Change Management ist es notwendig:
Neue Software verändert Prozesse
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Prozesse verändern Arbeitsweisen
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Arbeitsweisen betreffen Menschen
Scheitert der Wandel, liegt das selten an mangelnder Motivation. Häufige Ursachen für ein gescheitertes Change Management sind:
Führung benennt Veränderung, steuert sie aber nicht aktiv
„Digitalisierung ist Chefsache“ – diesen Satz hört man häufig. Im Alltag fehlen jedoch klare Erwartungen, regelmäßige Gespräche zur Nutzung und der sichtbare Wille, Hürden zu beseitigen und Verantwortung für die Veränderung im Alltag zu übernehmen.
Einbindung der hauseigenen IT findet nicht oder zu spät statt
Die IT wird bei der Auswahl der Software und Durchsicht der technischen Spezifikationen nicht mit einbezogen. Die Kollegen werden die Implementierung und die Integration in die bestehende Systemlandschaft aber begleiten müssen.
Das operative Tagesgeschäft ist an der Kapazitätsgrenze
Das Tagesgeschäft im Service ist geprägt von schneller Reaktion, dynamischen Anpassungen der Planung und Krisenmanagement. Für ein großes Change Management Projekt fehlt daher oft die Kapazität.
Techniker und Innendienst werden zu spät eingebunden
Die Entscheidung für eine Lösung ist gefallen, Konfigurationen laufen bereits, Go-Live-Termine stehen fest und erst dann werden Techniker und Innendienst informiert. Eine Mitsprache ist nahezu nicht mehr möglich.
Fokus auf die Software statt auf den Arbeitsalltag
Es geht zu oft um Funktionen und Features bei neuer Software – aber kaum um konkrete Arbeitssituationen oder deren Change. Es wird zu wenig gefragt:
Schulungen sind punktuell und losgelöst vom Alltag
Ein großer Schulungstag, viele Folien, eine kurze Live-Demo – und danach sollen alle „loslegen“. Besonders im internationalen Umfeld, mit ständig reisenden Technikern in verschiedenen Zeitzonen, sind solche Einmal-Formate wenig wirksam. Kontinuierliches Lernen im Tagesgeschäft wird nicht unterstützt.
Statt allgemeiner Digitalisierungsargumente („Effizienz“, „Transparenz“, ...) braucht es konkrete Beispiele aus dem täglichen Geschäft für den Nutzen einer neuen Software:
Für Techniker z.B.:
Für Innendienst/Disposition z.B.:
Zeigen Sie in Teammeetings regelmäßig auf, was sich verbessert – mit aktuellen, eigenen Beispielen („Früher mussten wir… / Heute können wir…“).
Ohne Einbindung der Menschen entsteht Widerstand – selbst bei guten Ideen.
Techniker und Innendienst „mitnehmen“ heißt mehr als Projekt-Updates geben:
Serviceleiter sitzen hier oft zwischen den Stühlen: operative Verantwortung und Transformationsdruck zugleich. Techniker erleben dann häufig Veränderungen, die an ihrer Arbeitsrealität vorbeigehen. Eine frühe Einbeziehung sorgt dafür, dass genau das nicht passiert.
Wählen Sie die Key User bewusst aus, geben Sie ihnen klare Aufgaben und Verantwortungen und fordern Sie ihre Rückmeldungen aktiv ein. („Wo besteht noch Schulungsbedarf? / Wo fehlt Unterstützung? / Welche Updates gibt es seit dem letzten Termin? …“).
Klare Vereinbarungen treffen:
Nutzung aktiv spiegeln:
Hürden ernst nehmen:
Führen Sie regelmäßige, kurze Auswertungen zur Nutzung ein und integrieren Sie diese in die Teamgespräche (betrachten Sie die Teamleistung, lassen Sie zu, dass die Nutzer Feedback und Probleme offen teilen)
Im internationalen Field Service sind Techniker oft unterwegs, in unterschiedlichen Zeitzonen, mit wenig planbarer Zeit. Das Team ist multikulturell und spricht verschiedene Sprachen.
Klassische Tagestrainings zu festen Zeiten an einem Ort sind zumindest für den Außendienst kaum umsetzbar.
Besser sind:
Planen Sie Zeit für Lernen explizit ein, z.B. in Form von festen Slots in Teammeetings. Geben Sie regelmäßig einen Überblick zu neu veröffentlichten Funktionen und motivieren Sie das Team, diese auszutesten.
Change Management ist keine Einbahnstraße. Damit Rückmeldungen nicht nur zufällig eingehen, braucht es Struktur:
Fordern Sie Feedback aktiv ein und sprechen Sie daraus resultierende Veränderungen und Anpassungen transparent an. So machen Sie deutlich, dass Sie Feedback wertschätzen.
Die oben beschriebenen „Do’s" zum Change Management gelten unabhängig von der eingesetzten Software und dem Projekt.
Erst im zweiten Schritt stellt sich die Frage, wie eine Field Service Management Lösung wie fieldux, die Teil eines Change Management Projekts sein kann, den erfolgreichen Projektabschluss konkret unterstützt:
Funktionen, zugeschnitten auf den Arbeitsalltag im Service
Onboarding für verschiedene Nutzergruppen
Kurzvideos zu Funktionen in der App
Online-Training-Center, jederzeit und überall nutzbar
Best Practice Wissen, das wir teilen
So wird Software zu einem Werkzeug, dass das Change Management aktiv unterstützt.
Serviceleiter leisten Führung unter hoher operativer Last. Techniker sichern weltweit Qualität und Kundenzufriedenheit. Gutes Change Management unterstützt diese Arbeit, anstatt sie zu erschweren.
Digitalisierung im Field Service funktioniert erst dann, wenn sie echte Entlastung bringt und Menschen unterstützt, die ohnehin bereits Herausragendes leisten.
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Scheitert das Change Management oder ein Digitalisierungsprojekt, liegt es fast immer daran, dass die Realität zu selten der Ausgangspunkt ist oder Verantwortung nicht getragen wird.
Change Management ist Chefsache, weil Führungskräfte die Richtung vorgeben, Prioritäten setzen und Verantwortung für den Prozess übernehmen. Und es ist zugleich Teamarbeit, weil der Wandel nur gelingt, wenn die Menschen, die täglich im Feld und im Innendienst arbeiten, ihre Erfahrungen einbringen und die neuen Arbeitsweisen mitgestalten.
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